Home > Anbieter > Wang Reisen > Reiseziele > Böhmen-Reise > Interessante Hintergrund-Informationen über Böhmen
Geschichte: Nach einer Sage ist der Urvater Cech der Gründer des Volkes.
Namensgeber für Böhmen waren die keltischen Boier, lateinisch: Boiohaemum. Mit der Völkerwanderung kamen die Slaven. Im 9. Jh. gehörte Böhmen zu dem Reich Karl des Großen.

864 kamen die byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren an. 926 wurde der Premyslide Wenzel von seinem Bruder Boleslav ermordet und dadurch der Schutzheilige des Landes. Der 2. Bischof des 973 gegründeten Bistums war der heilige Adalbert, der bei seiner Mission unter den Pruzzen von diesen ermordet wurde und dessen Leichnam vom polnischen König zur Herausgabe in Gold aufgewogen werden musste. 1310 heirate Johann von Luxemburg die Tochter von Wenzel II und wurde böhmischer König. 1348 wurde die Karls-Universität in Prag gegründet, die erste Universität nördlich der Alpen. 1355 wurde Karl IV in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reises gekrönt.

1415 wurde Jan Hus während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Daraufhin verweigerten seine Anhänger dem Papst den Gehorsam. Am 30.07.1419 stürmten radikale Hussiten das Neustädter Rathaus in Prag und verlangten die Freilassung inhaftierten Glaubensgenossen. Die sie mit Steinwürfen empfangenden Ratsherren wurden daraufhin aus den Fenstern geworfen und landeten auf den aufgepflanzten Spießen der auf dem Platz versammelten Menge. Diesem ersten blutigen Prager Fenstersturz folgten die zwei Jahrzehnte dauernde Hussiten-Kriege.

1471 bis 1526 fiel die böhmische Krone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Von 1526 bis 1818 gehörten die böhmischen Lande zu Habsburg, nachdem die böhmischen Stände Ferdinand I = der Bruder von Karl V zum König von Böhmen gewählt hatten.1583 zog Rudolf II (König ab 1575, Kaiser 1576 – 1612) mitsamt seinem Hof von Wien nach Prag.

Mit dem so genannten 2. Prager Fenstersturz = begann der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648): Gesandte der protestantischen böhmischen Stände drangen in die Kanzlei des Hradschin ein und warfen zwei katholische kaiserliche Statthalter aus dem Fenster, diese fielen unverletzt auf einen Misthaufen. Nach der Wahl des Protestanten Friedrich von der Pfalz zum böhmischen König war aus dem ursprünglich innerhabsburgischen Konflikt ein das ganze Reich betreffender Krieg geworden. Es kam zur Schlacht  am Weißen Berge. Friedrich floh nach einem Winter aus dem Lande. Es setzte eine Unterdrückung der Nicht-Katholiken ein, daraufhin flohen die Protestanten ins Exil oder wurden hingerichtet, Deutsch wurde zur 2. Amtssprache erhoben und verdrängte das Tschechische.

Von 1740 bis 1780 herrschte Maria Theresia in Wien. Unter ihrem Sohn Josef II wurde die Liebeigenschaft aufgehoben und ein aufgeklärter Absolutismus mündete in die Aufklärung.
Im 19. Jh. wurde Böhmen das industrielle Rückgrat der Monarchie.
Im 1. Weltkrieg kämpften die Tschechen, als Teil Österreich- Ungarns auf Seiten der Mittelmächte. Von 1918 bis 1938 bestand die erste tschechoslowakische Republik, T.G. Masaryk wurde erster Staatspräsident, die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schloss sich dem neuen Staat an. 1933 wurde die Sudetendeutsche Partei gegründet. Diese forderte im so genannten Karlsbader Programm die völlige Autonomie des Sudetenlandes. Die Gegenvorschläge aus Prag wurden abgelehnt. Am 29. September 1938 unterschrieben Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier das Münchner Abkommen. Die Grenzgebiete wurden von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 5. Oktober 1938 trat Präsident Benes zurück und ging ins englische Exil. Am 15. März 1939 besetzte die Wehrmacht das ganze Land. Es kam zur Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wurde als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig. Am 27. Juni 1942 fiel der Reichsprotektor Heydrich  einem Attentat zu Opfer, dem brutale Vergeltungsmaßnahmen wie die Liquidierung der Dörfer Lidice und Lezaky folgten. 

Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Benes wieder die Regierung.
In von ihm erlassenen Dekreten wurden die Bestrafung, der Vermögenseinzug und die Ausbürgerung der Sudetendeutschen geregelt, sie wurden zu Staatsfeinden erklärt und willkürlich abgeschoben, insgesamt etwa 2,7 Mio Menschen.

Im Mai 1946 gewann die Kommunistische Partei KSC die Wahlen und im Februar fand die vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten statt. Es kam zur Verfassungsänderung, zur Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster, zur Verfolgung der Kirche und zu politischen Prozessen. Im Januar 1968 wurde Alexander Dubcek Vorsitzender der KSC, Präsident wurde Ludvik Svoboda. Mit der Aufhebung der Zensur im März 1968 begann der Prager Frühling: Ziel: „Ein Sozialismus mit menschlichem Antlitz“  Am 21.August 1968 begann eine militärische Intervention von Truppen des Warschauer Paktes, ohne Rumänien und DDR und Okkupation des Landes, nach Maßgabe der Breschnew-Doktrin: „begrenzte Souveränität der sozialistischen Staaten“ Am 17. April 1969 wurde Dubcek von Husak abgelöst. Im Januar und Februar 1969 kam es zu den Selbstverbrennungen von Jan Palach und Jan Zajic in Prag.

Das Ende der kommunistischen Periode erfolgte 1989 durch die Samtene Revolution. Im Dezember 1989 wurde Vaclav Havel zum Präsidenten der CSSR gewählt. Es erfolgte die Umbenennung in Tschechische und Slowakische Föderative Republik, bis im November 1992 die Auflösung der CSFR verabschiedet wurde.
Boheme nennt man ein ungezwungenes Künstlerleben, vom lateinischen Bohemus = Böhme entlehnt, im übertragenen Sinne auch Zigeuner, weil die Zigeuner über Böhmen nach Westeuropa eingewandert sind. 
Das Zigeunerleben der freischaffenden Pariser Künstler wird für eine Lebenshaltung in wilder Unbekümmertheit bezeichnend.
Ein Bohemien ist ein schöpferisch tätiger Lebenskünstler.